Zeche David

An dieser Stelle befindet sich das Umfeld der Grube "David". Hier gibt es zahlreiche Spuren, die auf einen wahrscheinlich mittelalterlichen, vielleicht aber sogar noch älteren Bergbau hindeuten. Heute erinnern beispielsweise noch die alte Verladerampe, das Gebäude-Ensemble aus Betriebsleiterwohnung, Brücke und Trafoturm, sowie einige Halden und Geländespuren an die Grube.

Die Grube David

Zusammen mit den Gruben "Rom" in Oberhagen in Warstein und der Grube "Suttbruch" südlich von Suttrop stellte die Grube "David" die Versorgung der Suttroper Eisenhütte mit Eisenerz sicher. Schon früh taucht für diese Grube auch die Bezeichnung "Rothland" auf, die sich höchst wahrscheinlich auf die auffällige Rotfärbung des Bodens durch Eisenoxide bezieht. Die Bedeutung der Grube "David" stieg, als die Grube "Rom" geschlossen wurde. Dort hatte man das vorhandene reiche Erz nahezu vollkommen abgebaut, sodass es sogar zum Einsturz größerer Teile des Bergwerkes kam. Noch heute sind eindrucksvolle Spuren im NSG Oberhagen in Warstein zu sehen. 

Foto der alten Zeche David
Die Zeche David im Jahr 1930. Foto: Fotograf nicht überliefert © LWL-Medienzentrum für Westfalen

Transport

Auch nachdem im Jahr 1881 die Eisenverhüttung in Warstein eingestellt wurde, konnte der Betrieb der Grube "David" fortgeführt werden, da Warstein im Jahr 1883 an das Eisenbahnnetz angeschlossen wurde. Hierbei waren auch die Nähe zum Ruhrgebiet und die Beschaffenheit des Erzes förderlich, da das hier geförderte Erz relativ viel Phosphor enthielt, was bei der Stahlerzeugung von Vorteil war. Um das gewonnene Erz von der Grube "David" zur Eisenbahn zu transportieren, wurde lange Zeit ein Pferdefuhrwerk eingesetzt. Im Jahr 1938 wurde schließlich eine ca. 1,5 km lange Seilbahn errichtet, die das Erz über die Höhe ins Westertal zum Anschluss an die Industriebahn beförderte. Heute befindet sich dort das Gelände der Stadtwerke Warstein. 

Schwierigkeiten und Schließung

Der Schacht der Grube wurde nach und nach auf eine Tiefe von 80 m abgeteuft, was Probleme mit dem zufließenden Grundwasser mit sich brachte. Anfangs konnte das Wasser durch den 400 m langen David-Stollen in den nahen Bach geleitet werden. Mit zunehmender Tiefe wurde die Wasserhaltung allerdings schwieriger. Anfang der 1920er Jahre wurden deswegen elektrische Pumpen installiert. Aus dieser Zeit stammen auch die heute noch erhaltenen Gebäude des Transformatorenturms und der Betriebsleiterwohnung. Die Grube arbeitete an der Grenze der Rentabilität. Die Einnahmen deckten kaum die Ausgaben. Die Bestrebungen nach Unabhängigkeit von ausländischen Rohstoffen in der Zeit des Nationalsozialismus sowie der Zweite Weltkrieg mit hohem Rohstoffbedarf, hielten die eigentlich unrentable Grube jedoch am Leben. Als bald nach dem Ende des Krieges Erz in großen Mengen und zu günstigen Preisen aus dem Ausland importiert werden konnte, war das Ende der Grube David gekommen. Mit der Schließung der Grube im Jahr 1949 endete auch das Kapitel "Eisenerz-Bergbau" im Warsteiner Raum.