Tagebau und Steinbruch

Im Bereich des Kahlenbergs sind (wie beispielsweise hier) zahlreiche Eingriffe in den Boden zu finden. Ob es sich dabei um stillgelegte Steinbrüche oder Spuren des früheren Eisenerz-Bergbaus handelt, ist nicht immer eindeutig zu entscheiden.

Alter Steinbruch
So hat es früher auch hier an vielen Stellen ausgesehen. Foto: Fotograf nicht überliefert © LWL-Medienzentrum für Westfalen

Sicherlich wurden Steinbrüche am Südabhang des Kahlenbergs zur Materialgewinnung für den Straßenbau (Straße Warstein-Hirschberg) genutzt. Akten des Bergamtes belegen für diesen Bereich jedoch auch Schürfe, die zumindest zur Erkundung der Lagerstättenverhältnisse dienten. Beispiel hierfür ist die "Eisenstein Grube Abraham", die im Jahr 1850 als Grubenfeld festgeschrieben wurde. Die im Kahlenberg anstehenden Steine konnten zu ganz unterschiedlichen Zwecken genutzt werden. Da sie durch geologische Vorgänge bankig gelagert sind (d.h. die Gesteinsschichten sind gut voneinander abzugrenzen), konnten sie fast rechteckig aus dem Berg gewonnen werden. So eigneten sie sich besonders als Steine für den Bau von Mauern und Fundamenten. Die kleinen Steinbrüche im Kahlenberg sind heute interessante "Biotope aus zweiter Hand", die auf ihren Felsen- und Schuttflächen Pflanzen und Tieren einen Lebensraum bieten, die ansonsten nur an natürlichen Felsen vorkommen. Solche natürlichen kleinen Klippen gibt es im Kahlenberg auch ganz vereinzelt. Außerdem sind die Flächen der ehemaligen Steinbrüche sehr flachgründig, weshalb sich eine normale Forstwirtschaft dort nicht lohnen würde. So hat in den meisten Bereichen die Natur freie Bahn und kann sich relativ ungestört von menschlichen Eingriffen entwickeln.