Odacker Kapelle/Hirschberg

An dieser Stelle öffnet sich der Blick auf den Ort Hirschberg. Bis heute ist Hirschberg rundum von Wald umgeben. Vor der Gründung des Ortes Hirschberg auf der höchsten Erhebung der Umgebung gab es bereits die Ortschaft Odacker, die heute von hier aus als kleines Feldgehölz erkennbar ist.

Odacker

Dieser Ort taucht bereits um 1200 in einer Grenzbeschreibung der Kölner Erzbischöfe auf. Er markierte die Grenze zwischen der Grafschaft Arnsberg im Westen und dem Territorium der Erzbischöfe von Köln im Osten, in dem sie sowohl kirchliche als auch weltliche Herrscher waren. Nach der Gründung der Stadt Hirschberg in der Mitte des 14. Jahrhunderts wurde das Dorf Odacker im späten Mittelalter verlassen. Ab 1484 ist dort ein kleines Frauenkloster nachgewiesen, das erst 1804 aufgehoben wurde. Einzige noch heute sichtbare Spur ist die "Odacker Kapelle". Im Jahr 1368 verkaufte der letzte Arnsberger Graf seine Grafschaft an die Erzbischöfe von Köln. 

Das Schloss

Auf dem Hirschberg hatte es eine Burg der Grafen von Arnsberg gegeben, die nun zu einem Schloss umgebaut wurde, das dem kurfürstlichen westfälischen Jagd- und Forstamt als Amtssitz diente. Dort residierte der Oberjägermeister. Das Forstamt war neben den Aufgaben in der Forstpflege zuständig für die Hege des Wildbestandes und die Vorbereitung von Hofjagden. Zur Zeit des Erzbischofes Clemens August im frühen 18. Jahrhundert wurden solche Hofjagden in den Wäldern rund um Hirschberg häufig abgehalten. So wurden an sieben Jagdtagen im Sommer des Jahres 1728 beispielsweise 130 Stück Schalenwild erlegt. Im Zuge der Säkularisation (der Aufhebung und Enteignung der kirchlichen Territorien) wurde das Forst- und Jagdamt in Hirschberg im Jahr 1803 schließlich aufgelöst. Das Schloss hatte nun keine Funktion mehr und wurde auf Abbruch verkauft. Zuletzt wurde im Jahr 1826 das Hirschberger Tor nach Arnsberg verbracht. Heute ist allein der ehemalige Marstall (Pferdestall) des Schlosses erhalten, in der Pfarrkirche findet sich der Hubertusaltar aus der Schlosskapelle und bei genauem Hinsehen kann man Steine des abgebrochenen Schlosses einer Hirschberger Gartenmauer wiederfinden.

Der Hubertusaltar aus der ehemaligen Schlosskapelle
Der Hubertusaltar aus der ehemaligen Schlosskapelle. Foto: Lindemann © LWL-Medienzentrum für Westfalen